Die vordere 150W Steckdose hat einen eigenen kleinen Inverter, der sich aus dem 12V Bordnetz - also aus der Starterbatterie speist.
Hier eine Last dran zu hängen wird also nur eine begrenzte Zeit funktionieren, bis die Sicherheitselektronik die Entladung der Batterie unterbindet.
Deshalb kann es diese Steckdose auch im Diesel geben.
Die 1500 Watt Steckdose im Kofferraum ist bekanntlich dem PHEV vorbehalten. Und warum? Weil der Inverter direkt von der 355 V Hochvoltbatterie betrieben wird! Dies ist deutlich effizienter und technisch einfacher, als wenn man von 12V DC auf 230 V AC umwandeln muss. Daher kann das Gerät auch recht kompakt bleiben und ohne große Verlustleistung (Hitzeentwicklung) arbeiten.
Es wird wohl einen technisch tieferen Sinn dahinter geben, dass die HV Batterie entweder NUR zum Fahren oder NUR für den Inverter hergenommen werden kann.
Man muss auch bedenken, dass für den Betrieb des 1500 W Inverters die gesamte Fahrzeugelektronik eingeschaltet sein muss. Ich kenne keine genauen Zahlen, aber es ist einfach sich vorzustellen, dass das Fahrzeug alleine schon dadurch 300 - 500 Watt an Leistung aus der Batterie zieht - selbst ohne einen am Wechselrichter angeschlossenen Verbraucher. Es macht also wenig Sinn einen 30 W Kleinverbraucher an dieser 1500 W Steckdose über einen längeren Zeitraum betreiben zu wollen.
Den vielleicht aufkommende Wunsch "Dann soll die Steckdose hinten während der Fahrt halt über den 150 W 12V Inverter von vorne funktionieren" lässt sich leicht dadurch zerstören, dass es eine ganze Menge an zusätzlicher Technik bräuchte, um ein und dieselbe Steckdose wahlweise vom einen oder vom anderen Inverter zu betreiben. Gibt es alles in der Reisemobiltechnik (mein Fachgebiet bei der Arbeit), nennt sich Netzvorrangschaltung. Allerdings kommt dann zwangsläufig der Wunsch auf, dass der Übergang zwischen den beiden Energiequellen für den angeschlossenen Verbraucher unmerklich stattfinden soll/muss. Also muss man dann auch noch anfangen Spannungen und Phasenlagen vor dem Umschalten aneinander anzugleichen. Was passiert, wenn die 150 W vom kleinen Inverter nicht ausreichen?
Aus dem simplen Wunsch ergeben sich aus Entwicklersicht (ratet mal wo ich arbeite...) so viele Variablen und Stolpersteine, dass die Funktion nicht nur wirtschaftlich uninterresant wird, sondern auch noch der modulare Gedanke der Austattungsmerkmale bei Diesel und PHEV komplett verloren geht.
Meckern über "die dummen Leute bei Mazda" ist äußerst unangebracht, wenn man selbst keine Ahnung hat mit welchen Herausforderungen und technischen Limitationen die Entwickler dort umgehen müssen. Diese werden nämlich die Betriebssicherheit des Produktes stets vor den eventuellen Sonderwunsch des Kunden stellen, der sich einen use case ausdenkt, der von den Fahrzeugentwicklern so nie beabsichtigt war.
Wer unterwegs eine 230V Energiequelle braucht, der soll sich eine ausreichend große Power Bank in den Kofferraum stellen. Dafür sind die geeignet. Das Auto ist in erster Linie ein Fahrzeug und kein fahrbares Stromaggregat.
Edit: Einfach eine zweite Steckdose an den vorderen Inverter anzuschließen, und die dann hinten einzubauen, ist absolut nicht zulässig! Solange an einem Inverter nur ein einzelner Verbraucher angeschlossen werden kann (also genau 1 Steckdose vorhanden) ist die elektrotechnische Sicherheit gegeben. Die Wechselspannung ist potenzialfrei (wie ein Trenntrafo) und daher kann selbst bei direkter Berührung einer der beiden Leiter nichts passieren. Sobald man aber zwei Verbraucher anschließt, dann ist zwangsläufig die Installation eines FI-Schutzschalters (RCD) vorgeschrieben. Dieser bedingt dann wiederum eine PE-N Brücke und eine Erdung des Wechselrichters am Fahrzeugchassis. Ohne diese Sicherheitseinrichtungen könnte man beim Betrieb von mehreren Geräten einen Stromschlag bekommen, wenn man zwei davon gleichzeitig berührt und beide einen Isolationsfehler haben. Andererseits wird durch die Installation von RCD und Erdung und PE-N Brücke der eigentlich sicherheitsfördernde "Trenntrafo-Effekt" zunichte gemacht.
Alles ist nicht so einfach, wenn man sich mal tiefer mit der Materie beschäftigt.