Ich würde nicht sagen, daß sich die Rettungskarten erübrigen. Was immer zur Verfügung steht, schadet nicht. Ich komme zwar aus der Katastrophenvorsorge im IT-Bereich, aber es gelten die gleichen Regeln: es tritt oft das ein, womit man nicht rechnet. In Notfällen muß man mit Fakten arbeiten, nicht Mutmaßungen oder Annahmen. Ich könnte ja auch sagen, ich hätte weder Notuf noch Rettungskarte nötig, da ja in meinen fast 47 Jahren als Autofahrer nie etwas passiert ist ... weder mir, noch jemandem, an dem ich vorbeigekommen wäre. Eigentlich ist das bei den allermeisten so. Dennoch wurde dieses Teil zur Pflicht. Wie gesagt, weil ja etwas passieren könnte, womit man nicht rechnet.
Die "Risikofaktoren" sind beim Unfall vielfältig. Der Notruf kann auch nur abgesetzt werden, wenn man sich nicht in einem Empfangsloch befindet oder in eine Gebiet, wo 2G/3G noch nicht abgeschaltet wurde. Oder das Auto wird in der Art beschädigt, daß die Notrufeinrichtung nicht mehr funktioniert. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß das passiert? Gering? Genauso gering, wie Unfälle gerade dort passieren, wo ein Notruf abegesetzt werden muß, weil man sich mitten in der Pampa befindet, wo kaum andere vorbeikommen, die adhoc helfen können? Ich denke da an Bilder, die man oft sieht, wo Autos einen Abhang hinunter sind oder im Wald liegen. Wo dann in der Zeitung steht, wurde erst nach Stunden gefunden.
Wer sagt, daß diese Retungskarten nicht auch Ersthelfern nützlich sein können? Das sagt ja schon der Begriff "Ersthelfer", die sind vor Rettungskräften unterwegs.
Last but not least, am Ende kommt Murphy hinzu. Daher lieber 2- oder 3-fach abgesichert, als gar nicht oder 1-fach.