Ich habe dazu in einem anderen Forum zum BMW 530xD gelesen, dass ZF Temperaturen bis um die 106 Grad Celsius in Ordnung findet, ideal soll es sein zwischen 60 und 90 Grad und gewarnt wird ab 126 Grad Celsius. Ich habe das natürlich jetzt nicht überprüft auf den Wahrheitsgehalt, da ich selbst wohl auch eher im Gleitflug um die 160 km/h unterwegs bin.
Und es ist für mich auch die Antwort auf die Frage offen, ob es wirklich schlimm ist, wenn so ein Wert über 100 Grad mal kurz erreicht wird …
Welche Informationen von Fachleuten oder Fachquellen habt Ihr denn da so und wer sind diese Fachquellen ?
Und vielleicht noch eine Frage zu den OBD-Geräten: Wie genau sind diese Geräte denn? Sicher könnt Ihr dazu was sagen….
Im normalen "herumgondeln" hält der Mazda auch seine 60-80°C - bei den Temperaturen vermute ich auch, dass das Getriebe länger als 150.000 hält, man darf halt nicht vergessen, dass die Kupplungen da auch mit dabei sind...aber nicht nur die vom Getriebe, sondern halt auch die vom Verteilergetriebe.
Ab wann was wie welches Öl "kaputt" geht, ist ein schwieriges Thema und seit Jahren ein super Stammtisch-Thema ![]()
Ich halte mich da aber meistens an die Experten und die Datenblätter - Mazda kocht in der Hinsicht auch nur mit Wasser und wird irgendwo in diesen Bereichen auch Zuhause sein, die haben das Rad ja nicht neu erfunden. https://de.oelcheck.com/filead…rung_von_Schmieroelen.pdf
Die meisten Amis geben auch max. 105°C an https://prestone-power.com/nor…temp-comprehensive-guide/
Aber um mal ein paar Sachen zusammen zu fassen (Achtung - ich bin KEIN Experte, ich hab mir das alles nur zusammen gelesen, zum Teil raus kopiert und über die Jahre mit verschiedenen Chemikern deren IT ich betreue hier und da mehr erklären lassen):
- Oxidation ist eine chemische Kettenreaktion zwischen Ölbestandteilen und gelöstem Sauerstoff...die Reaktionsrate steigt mit der Temperatur nahezu exponentiell (Arrhenius-Gleichung).
- Hohe Temperaturen beschleunigen die Bildung von freien Radikalen und Hydroperoxiden, die sich weiter zersetzen zu verschiedenen anderen Chemischen Bestandteilen und sauer wirkenden Verbindungen. Diese Zwischenschritte sind temperaturabhängig und werden durch Metallpartikel (Eisen, Kupfer – alles zu genüge in den meisten Automatikgetrieben vorhanden...) katalytisch verstärkt.
- Additive werden thermisch verbraucht: bei hohen Temperaturen werden Antioxidantien schneller abgebaut - der zusätzliche Schutz geht also verloren geht und die Oxidationsrate steigt noch mal deutlich mehr...
Temperaturbereiche die man da aus den ganzen Büchern, Daten und z.B. ZF auch bekommt:
- bis ca 80 °C, normale Betriebsbedingungen: langsame Alterung; die meisten Additive wirken ausreichend und der Abrieb von allen möglichen Partikeln bei allen sich bewegenden Teilen hält sich in Grenzen.
- ca. 80 - ca. 120 °C, schnellere Oxidation: erhöhte Bildung von den oben erwähnten Hydroperoxiden und Oxidationsprodukten, das Öl wird auch Saurer (pH-Skala) und die tendenz zum Verharzen wird deutlich höher. Je nach Öl gibt es vllt sogar Schaumbildung, weniger Viskosität, damit mehr Abrieb, etc pp...
- ca. 120 - 150 °C, starke
thermische/oxidative Zersetzung — Hydroperoxide zersetzen
sich verstärkt zu Aldehyden, Ketonen und Säuren; Polymerisation
(varnish, Lackbildungen – das sind diese braunen Ablagerungen die
man gern mal auf Bildern sieht) nimmt zu…
Filter verstopfen, Ventile fangen an zu kleben und die Additive sind weitgehend verbraucht.
- 150 °C: thermische Spaltung (Pyrolyse) zusätzlich zur Oxidation — Basismoleküle brechen kovalent, Es entstehen Ruß, sehr stabile Harze und gasförmige Zersetzungsprodukte; drastischer Viskositätsverlust oder -anstieg (je nach Produktmix); Funktionsausfälle (Kupplungsrutscht, Ventilblockaden, aggressive Korrosion).
Konkrete Schadensbilder im Getriebe durch hohe Temperatur/Oxidation
- Varnish/Lack auf Ventilen und Reibflächen für dann zu Ansprechverzögerung, Ruckeln.
- „Schlamm“ führt zu verstopfte Filterkanäle, schlechter Ölfluss und damit noch mehr Verschleiß, noch mehr Ruckeln, schlechtes Schaltverhalten...etc
- Erhöhter Säuregehalt führt dann zu Korrosion von Lagern, verschiedenen Materialien, Zahnräder...etc.
- Additivverlust ist dann der Endgegner und führt zu noch mal verringertem Verschleißschutz.
Von daher ist das aus meiner Sicht ziemlicher Mist, den Mazda da gemacht hat...vor allem im Off-Road Modus klettert die Getriebeöltemperatur auch bei 130 km/h schon sehr schnell auf über 90°C.
Aber hey - die Aisin Automatikgetriebe, die Toyota z.B. nutzt halten auch 300.000 Kilometer ohne Ölwechsel (wobei ich da nicht weiß, in welchen Temperaturen die laufen, ich vermute aber stark, dass Toyota die Öltemperatur in fast allen Bereichen deutlich unter 80° hält, sonst wär das aus meiner Sicht nicht möglich)
OBD-Adapter haben m.E. keine „Genauigkeit“, weil sie selbst ja nichts messen. Es wird per OBD-SW (App) eine Anfrage an das entsprechende Steuergerät gesendet, und die Antwort wird dann in der App dargestellt. Der OBD-Adapter dient lediglich als Schnittstelle.
Falls ich falsch liege, gerne korrigieren…
Gruß Dietmar
Perfekte Erklärung ![]()
Edit:
Neues Auto, nur Vollgasfahrten, und das Auto ist dahin. Man sollte mal den Fahrer fragen, ob er noch alle Latten am Zaun hat…
Gruß Dietmar
Mazda hat dann unter Garantie in Zukunft auch sehr viele Probleme mit Anhängerfahrzeugen, die voll Beladen sicher mehr belastet werden, als bei schnellen Fahrten auf der Autobahn. Oder Autos in Australien, die durch die Wüste mit Anhänger fahren...oder in Afrika bei 50°...etc.